Noch lange nicht ist bei der Digitalisierung von Bildung alles klar. Schüler*innen erfahren das besonders in diesem Jahr, aber auch in der Erwachsenenbildung werden wir von unbefriedigenden Online-Seminaren überhäuft. Pädagogisches Personal benötigt ebenso wie Vortragende und Trainer*innen einen auf digitale Bildung zugeschnittenen Werkzeugkasten, wie uns dieser aktuell erschienene Sammelband erneut zeigt:

>> Großer Forschungsbedarf zur Digitalisierung von Bildung aufgezeigt

Im deutschsprachigen Raum gibt es im internationalen Vergleich bislang nur wenige Forschungsergebnisse zur Digitalisierung in der Bildung. Zugleich thematisieren die bislang vorhandenen Studien nur selten die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Dabei hat das pädagogische Personal eine zentrale Stellung bei der Digitalisierung von Bildung inne. Zu diesen Befunden kommt der Sammelband „Bildung im digitalen Wandel. Die Bedeutung für das pädagogische Personal und die Aus- und Fortbildung“, der jetzt im Waxmann Verlag sowie online erschienen ist. Herausgegeben wurde er von den DIPF-Forscher*innen Dr. Annika Wilmers, Carolin Anda, Carolin Keller und Prof. Dr. Marc Rittberger.

„Die in dem Sammelband zusammengestellten Critical Reviews haben die Aufgabe, die Forschungslage zu analysieren und Lücken aufzuzeigen. Gerade angesichts der aktuellen Debatte um die Digitalisierung von Bildung besteht eine dringende Notwendigkeit, diese Bedarfe zu identifizieren“, sagt Dr. Annika Wilmers, wissenschaftliche Mitarbeiterin des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

Die einzelnen Reviews nehmen den Forschungsstand in den verschiedenen Bildungssektoren in den Blick – in der frühen Bildung, der Schule, der beruflichen Aus- und Weiterbildung, der Erwachsenenbildung und nicht zuletzt in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Dabei gibt es sektorenübergreifend durchaus Gemeinsamkeiten in den Ergebnissen der untersuchten Studien. „Ganz offenbar spielt die individuelle Haltung des pädagogischen Personals gegenüber digitalen Medien eine herausragende Rolle“, erläutert Wilmers. „Zugleich zeigte sich, dass die Pädagog*innen dem Einsatz digitaler Medien aufgeschlossener gegenüberstehen, wenn sie sich darüber mit Kolleg*innen austauschen sowie Fortbildungen absolvieren können.“

Der jetzt vorliegende Band ist eine Veröffentlichung im Rahmen des Metavorhabens „Digitalisierung im Bildungsbereich“. Es begleitet die bislang geförderten 41 Verbund- und Einzelprojekte aus dem seit 2018 laufenden Förderschwerpunkt „Digitalisierung im Bildungsbereich“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und führt eigene Forschungsvorhaben durch. Ziel des Metavorhabens ist es, einen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion zu leisten und eine Grundlage für bildungspraktische und bildungspolitische Entscheidungen zu bieten. Beteiligt sind neben dem DIPF die Universität Duisburg-Essen, an der die Koordination des Metavorhabens angesiedelt ist, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen sowie das Leibniz-Institut für Wissensmedien.

Weitere Bände sind in der neu angelegten Reihe „Digitalisierung in der Bildung“ geplant. Neben der Printversion steht auch eine Online-Fassung zur Verfügung. Die Publikation richtet sich nach der Open-Access-Policy der Leibniz-Gemeinschaft. Entsprechend sind die Daten der systematischen Literaturabfrage, die der Publikation zu Grunde liegen, zur Nachnutzung abgelegt. <<

Weitere Informationen:

Originalpublikation: Wilmers, A., Anda, C., Keller, C., Rittberger, M. (Hrsg.). (2020). Bildung im digitalen Wandel: Die Bedeutung für das pädagogische Personal und für die Aus- und Fortbildung. Münster, New York: Waxmann.
Wissenschaftliche Ansprechpartner: Dr. Annika Wilmers, +49 (0)69 24708-735, wilmers@dipf.de
Pressekontakt: Anke Wilde, DIPF, +49 (0)69 24708-824, wilde.anke@dipf.de, https://www.dipf.de


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